Filmkritik: Hart am Limit – Hau bloß ab, Ford!

Dienstreisen nach Berlin beziehungsweise die Abende im Hotel können ganz schön langweilig sein und so kam es, dass ich gestern Abend wieder einmal im Kino war, diesmal in “Hart im Limit”.

Nach sechs Monaten Thailand kehrt der Biker Cary Ford (Martin Henderson) wieder in seine Heimatstadt zurück um seine Freundin Shane (Monet Mazur) wiedersehen. Leider bekommt Cary dabei einige Probleme. Zum einen ist das der Drogendealer Henry James (Matt Schulze). Von ihm hat Ford noch zwei Bikes. Da diese aber an Stelle von Benzin mit Speed gefüllt sind will Ford diese natürlich nicht herausrücken und hat so Henry mit seiner Gang, den Hellions am Hals. Zum anderen sind da die Reapers, eine andere Motorradgang unter Führung von Trey (Ice Cube).

Diese sind ebenfalls hinter Ford her, da Sie glauben Ford hätte Treys Bruder Junior (Fredro Starr) auf dem gewissen.
Eine dritte Partei die hinter Ford her ist sind die beiden FBI-Agenten McPherson (Adam Scott) und Henderson (Justina Machado). Sie wollen Ford wegen Drogenbesitz hoch nehmen und ihn gleichzeitig für den Mord an Junior dingfest machen.
Gemeinsam mit Shane und seinen beiden Kumpels Dalton (Jay Hernandez) und Val (Will Yun Lee) macht sich Ford nach L.A. auf um seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder Juniors, Henry James, dem FBI zu präsentieren.

Sicher fragt Ihr euch jetzt ob dieses dünne Storygeflecht alles ist worauf der Film “Hart am Limit” aufbaut und die Antwort auf diese Frage ist ja.
Aber nicht nur die Story ist dünn, auch die Umsetzung ist mehr als mau geworden. Die beiden Regie- und Drehbuchdebütanten Joseph Kahn und Matt Johnson kopieren mit “Hart am Limit” eiskalt den Stil von “The Fast and the Furious” und ersetzen Autos durch Motorräder. Sonst gibt es wie in der Vorlage viele heiße Miezen und heiße Öfen um der Zielgruppe was zu schauen zu geben. Dies führt zu dem Effekt, dass der Film über die gesamte Länge wie ein Überlanger Videoclip wirkt einzig und allein unterbrochen durch Werbeeinblendungen der Firma “Pepsi”.

Sicher, einige Actionszenen sind recht ansehnlich geworden, allerdings wirkt die Fahrt auf und in einem Fernverkehrszug schon sehr lächerlich. Auch die finale Verfolgungsjagd zwischen Ford und Henry quer durch L.A. wirkt extrem lächerlich und wenn abschließend die halbe Stadt in die Luft fliegt fragt man sich als Zuschauer was das nun sollte.

Neben der schwachen Story und der schwachen stilistischen Umsetzung sind es sie Schauspieler die “Hart am Limit” zu dem machen was er ist, ein schlechter Film mit einigen brauchbaren Actionsequenzen. Keiner der meist unbekannteren Schauspieler weis richtig zu überzeugen und allesamt wirken sie wie Stichwortgeber für das Stuntteam. Sicherlich, es ist schwer überzeugend zu spielen wenn man vom Drehbuchautor extrem dämliche Dialoge geschrieben bekommt, ein wenig mehr Leistung hätte man aber erwarten können.

Als Fazit zu “Hart am Limit” bleibt festzuhalten, dass es dieser Film nicht wert es gesehen zu werden. Bis auf bei einigen wenigen Actionsequenzen musste ich im Kino aufpassen das ich nicht einschlafe oder auf Grund der grandios schlechten Dialoge laut loslache. Selten habe ich einen derart plumpen Actionstreifen gesehen. Einzig und allein der Soundtrack konnte mich persönlich überzeugen und über die ein oder andere Schwäche hinwegtrösten. Die Musik von Bands wie “Kid Rock” oder “Monster Magnet” passt einfach perfekt zum Rockerimage der Biker und wenn die Protagonisten T-Shirts von Bands wie den Ramones, Metallica oder Motorhead tragen wird dieses Klischee noch unterstrichen. Die Bedienung der vielen Bikerklischees war dann auch noch einer der wenigen Punkten über die ich mich amüsieren konnte, die den Film aber in keinster Weise retten.

Wer jetzt “Hart am Limit” trotz alledem noch sehen will, dem rate ich sich das Geld fürs Kino zu sparen und sich den Film in einigen Monaten auf DVD auszuleihen. Für das gesparte Geld kann man sich dann passend zum Bikerimage noch eine Pulle Bier kaufen.

Zum Abschluss meines Berichts hier die wichtigsten Daten in tabellarischer Kurzform:

Titel: Hart am Limit
Originaltitel: Torque
Regisseur: Joseph Kahn
Drehbuch: Matt Johnson
Darsteller: Martin Henderson >> Cary Ford
Ice Cube >> Trey
Monet Mazur >> Shane
Matt Schulze >> Henry James
Jay Hernandez >> Dalton
Will Yun Lee >> Val
Jaime Pressly >> China
Adam Scott >> Agent McPherson
Faizon Love >> Sonny
Justina Machado >> Agent Henderson
Dane Cook >> Neil Luff
Christina Milian >> Nina
Gichi Gamba >> Nomo
Fredro Starr >> Junior
Land: USA
Jahr: 2003
Länge: 81 Minuten
Genre: Action
Kinostart: 05.02.2004
Verleih: Warner Bros.
Homepage: http://www.warnerbros.de/movies/torque

2 Responses to “Filmkritik: Hart am Limit – Hau bloß ab, Ford!”

  • [...] Die Verantwortlichen rund um Regisseur Stephen Herek (Critters, Mighty Ducks, Rock Star) haben bei der Besetzung von “Der Herr des Hauses” ein durchweg glückliches Händchen bewiesen. Tommy Lee Jones (Men in Black, The Missing, Volcano) als strenger Texas Ranger überzeugt in seiner Rolle voll und auch die fünf Cheerleader spielen gut. Bemerkenswert bei der Besetzung der Mädels ist der Punkt, dass hier nicht völlig unbekannte Schauspielerinnen zu sehen sind, sondern mit Christina Milian (Hart am Limit, Be Cool), Paula Garcés (Dangerous Minds, Clockstoppers) und Monica Keena (Freddy vs. Jason) durchaus drei Darstellerinnen gewählt wurden, die dem regelmäßigen Kinogänger ein Begriff sind. Auch diverse Nebenrollen wurden mit bekannten Gesichtern besetzt. Den Darsteller des FBI-Agenten Eddie Zane, Brian Van Holt, kennt man zum Beispiel aus Filmen wie “S.W.A.T.” oder “Black Hawk Down” und Anne Archer, in “Der Herr des Haues” als Professor Molly McCarthy zu sehen, kennt der Cineast aus Filmen wie “November” oder “The Art of War”. Im Bezug auf den Cast bleibt mit einem Satz festzuhalten, dass es im gesamten Film keine wirkliche Fehlbesetzung gibt, allerdings auch keine absoluten Glanzlichter. Alle Darsteller spielen halt solide. [...]

  • [...] Bis auf wenige Ausnahmen dürften die Schauspieler aus “Liebe lieber Indisch” dem westlichen Publikum wenig bekannt sein. Martin Henderson gehört dabei zu denjenigen die man schon auf der Leinwand gesehen hat, denn Henderson hat bereits in Filmen wie “The Ring” und “Hart am Limit” mitgespielt. Auch Naveen Andrews dürfte einigen Filmfreunden bekannt sein. Der Balraj aus “Liebe lieber Indisch” spielte zum Beispiel schon in den Filmproduktionen “Der englische Patient” und “Rollerball” mit und ist derzeit auch als Sayid in der TV-Erfolgsserie “Lost” zu sehen. Vom restlichen Cast waren mir außer diesen beiden sonst noch Daniel Gillies (Spider-Man 2) und Alexis Bledel (Gilmore Girls) bekannt, wohingegen die indische Besetzung mir nichts sagte. Dies ist in meinen Augen nicht weiter schlimm, denn bis auf die Tatsache, dass die indische Besetzung in “Liebe lieber Indisch” eindeutig zu viel singt, macht sie Ihren Job recht gut und spielt überzeugend, ein Umstand der für den Rest der Besetzung ebenfalls gilt. [...]

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