DVD-Kritik: Texas Chainsaw Massacre – Verstörend! Angsteinflößend! Gut?

Vor einigen Tagen hat der DVD-Händler meines Vertrauens mir ein Paket mit vielen Silberscheiben zukommen lassen. Eine der im Paket enthaltenden DVDs war die Laser Paradise Version des Horrorklassikers “The Texas Chainsaw Massacre”, in Deutschland auch unter dem Titel “Blutgericht in Texas“” bekannt.

[FILM]

Tobe Hooper’s (Poltergeist, The Mangler, Toolbox Murders) Film aus dem Jahre 1974 erzählt von einem idyllischen Sommerausflug von fünf Jugendlichen, der sich zu einem unerwarteten Horrortrip entwickelt. Zuerst nehmen Sie einen unheimlichen Anhalter mit, der einen der fünf mit seinem Messer attackiert, dann geht Ihnen ganz in der Nähe eines alten Schlachthauses auch noch das Benzin aus und die fünf machen am Haus des verstorbenen Großvaters der beiden Mitreisenden Sally (Marylin Burns) und Franklin (Paul A. Partein) halt um das verlassene Gemäuer näher zu erkunden und zu warten bis der Tankwagen die Tankstelle erreicht hat.

Pam (Terri McMinn) und Kirk (William Vail), zwei weitere zugehörige zu der fünf Personengruppe wollen unterdessen im nahe gelegenen Fluss ein Bad nehmen, stellen aber fest das dieser ausgetrocknet ist. Bei Ihrer Exkursion entdecken die beiden allerdings das verlassene Schlachthaus und ein daneben stehendes Wohnhaus. In der Hoffnung hier Benzin zu bekommen erkunden die beiden das Anwesen und geraten in die Fänge von Leatherface (Gunnar Hansen) und dessen degenerierten Familie.
Als Pam und Kirk nach einiger Zeit immer noch nicht zum Haus des verstorbenen Großvaters zurückgekehrt sind, machen sich die anderen drei Jugendlichen inzwischen Sorgen und so kommt es, dass sich zunächst Sallys Freund Jerry (Allen Danziger) auf die Suche macht und später Sally und Franklin. Nach und nach werden die Jugendlichen von Leatherface niedergestreckt und für die einzig überlebende beginnt ein nicht enden wollender Alptraum im Haus der Wahnsinnigen.

Mir persönlich gefällt die 1974’er Version von “The Texas Chainsaw Massace” ziemlich gut. Über die gesamte Lauflänge von 83 Minuten erzeugt der Film eine düstere Atmosphäre und die degenerierte Familie sorgt für einen wohligen Schauer. Auch wenn der Film deutlich unblutiger als das 2004’er Remake des Films ist zählt er für mich zu den besten Horrorfilmen, denn der Schrecken von “The Texas Chainsaw Massace” entwickelt sich nicht durch Splatter- und Gore, sondern durch das perverse Spiel das die degenerierte Familie vor allem mit Sally spielt. Was die junge Frau hier erlebt ist ein Horrortrip der harten Sorte, den man noch lange nach Ende des Abspanns im Gedächtnis behält. Gepaart mit der monströsen Gestalt des Leatherface und der genialen Regiearbeit des Tobe Hoopers imponiert mich “The Texas Chainsaw Massacre” immer wieder aufs neue.

[DVD]

Die mir vorliegende DVD von Laser Paradise präsentiert den Film in annehmbarer Bildqualität und im Bildformat 1.85:1. Man sieht dem Bild deutlich das Alter von 30 Jahren an, so dass man die mindere Bildqualität eventuell entschuldigen kann, allerdings wäre es in der heutigen Zeit durchaus möglich gewesen die Qualität durch digitale Bildbearbeitung deutlich zu steigern.
Auch im Bereich des Tones weiß die “Laser Paradise”-Version nicht hundertprozentig zu überzeugen. Der Stereo-Sound ist zwar sowohl in Deutsch als auch in Englisch erhältlich, allerdings hätte auch hier eine Überarbeitung der Tonspur Wunder bewirkt. So klingt der Film über weite Strecke wie eine zu oft abgespielte Videokassette
Erstaunlich gut ist dagegen die Ausstattung der DVD. Neben einem leider nicht Untertitelten englischsprachigen Audiokommentars von Tobe Hooper gibt als Extras auf der DVD noch den Original Kino Trailer zu “The Texas Chainsaw Massacre”, die Version des Trailers von New Line Cinema und die beiden Kinotrailer zu den Fortsetzungen. Weiterhin präsentiert Laser Paradise in den Extras sogenannte Bloopers, wobei es sich um missglückte Szenen handelt. Auch neun geschnittene Szenen kann man in den Extras bewundern. Gerade die Bloopers und die geschnittenen Szenen haben mich gut unterhalten und den Filmgenuss abgerundet, während die Kinotrailer zu den beiden Fortsetzungen Lust auf mehr “Texas Chainsaw Massacre” gemacht haben. Das letzte Extras sind Texttafeln mit Infos zu dem Schauspielern und der Crew, wo man zum Beispiel erfährt in welchen Filmen die Schauspieler noch so mitgespielt haben.
Die DVD-Produzenten haben zu den filmspezifischen Extras auch noch eine Trailershow für weitere Horrorfilme, im einzelnen “Poltergeist”, “Pentagramm”, “Ritter der Dämonen”, “Freitag der 13.”, “The Dead” und “Puppet Masters”, auf die DVD gepackt, die allesamt Lust auf mehr Horror machen. Einzig der Trailer zu “The Dead” passt nicht zu 100% in die Kategorie Horrorfilmtrailer, da nach dem Trailer der Film eher wie ein Psychothriller wirkt.

Ich persönlich bereue es nicht mir die “Laser Paradise”-Version von “The Texas Chainsaw Massacre” zugelegt zu haben, denn obwohl die Qualität des Bildes und des Tones nicht die Beste ist, macht es immer wieder Spaß sich diesen Klassiker des Horrorfilms anzusehen.

[DATEN]

Titel: The Texas Chainsaw Massacre
Alias: Blutgericht in Texas, Die Bestie mit der Ledermaske
Regisseur: Tobe Hooper
Drehbuch: Kim Henkel, Tobe Hooper
Darsteller: Marilyn Burns – Sally
Allen Danziger – Jerry
Paul A. Partain – Franklin
William Vail – Kirk
Terri McMinn – Pam
Edwin Neal – Anhalter
Gunnar Hansen – Leatherface
Land: USA
Länge: 83 Minuten
Genre: Horror
Vertrieb der DVD: Laser Paradise

6 Responses to “DVD-Kritik: Texas Chainsaw Massacre – Verstörend! Angsteinflößend! Gut?”

  • [...] Peter Jacksons (Meet the Feebles, Braindead, Herr der Ringe) 1987 erschienener erster Langfilm wird von der ersten Minuten seinem Titel “Bad Taste” gerecht. Wenn in den ersten Filmminuten einem der Aliens in Menschengestalt der Kopfwegeschossen und das Kunstblut nur so spritzt ist das sicher ekelig, aber das ganze wirkt so schön trashig, dass es schon wieder witzig ist. Überhaupt durchzieht Jackson seinen Film mit bitterschwarzen Humor, wilden Splattereinlagen und Action-Schiessereien und vollbringt so das Kunststück einen gefeierten “No Budget”-Film zu präsentieren. Jackson schafft es auch diverse Anspielungen an echte Filmklassiker in seinen Film einfließen zu lassen. Wenn Derek in einer regelrechten Zeremonie die Kettensäge auspackt und anwirft ist dies eine gelungene Anspielung auf das legendäre “Texas Chainsaw Massacre” oder wenn selbiger eine Tür zerlegt und dann völlig Irre doch das Loch schaut fühlt man sich sofort an Stanley Kubricks “Shining” erinnert, wo Jack Nicholson genau so Irre durch eben so ein Türloch schaut. Des weiteren schafft es Peter Jackson mit den helfenden Händen seiner Freunden echt gute Effekte auf die Leinwand zu zaubern. Sei es der zu Beginn des Films weggeschossene Kopf ein Messer das plötzlich in einem Schädel steckt immer sehen die Effekte verblüffend echt aus. Wäre dies eine multimillionen Hollywoodproduktion wäre dies nicht weiter verwunderlich, bei “Bad Taste” handelt es sich allerdings um einen Film Marke Eigenbau, der quasi ohne Budget auskam. [...]

  • [...] Das ich außerhalb der Sneak noch ins Kino gehe kommt in letzter Zeit leider eher selten vor, allerdings war es am Dienstag den 06.01.2004 mal wieder soweit und ich habe mir Marcus Nispels Remake von Tobe Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” (hierzulande als “Blutgericht in Texas” erschienen) angesehen. [...]

  • [...] Texas Chainsaw Massacre (das Original) [...]

  • [...] Im zehnten Kapitel von “Nahaufnahme: Steven Spielberg” geht es um den Film “Poltergeist” aus dem Genre Horror. In seinen bisherigen Werken hatte sich Spielberg nicht in dieses Metier gewagt, aber mit “Poltergeist” beweist er, dass er auch dieses Fach beherrscht. Wie man erfährt, führte zwar Tobe Hooper, der Regisseur von legendären “Texas Chainsaw Massacre”, Regie für dessen Karriere war der Film allerdings deutlich weniger bedeutsam als es für Spielberg der Fall war. [...]

  • [...] Angekündigt als eine Mischung aus “Texas Chainsaw Masscre”, “The Hills have Eyes” und “Breaindead” entpuppt sich der Film “Skinned Deep” von Gabriel Bartalos schnell als langweiler. Eine kaum vorhandene Handlung ist dabei noch das kleinste Übel, schließlich handelt es sich um einen Horrofilm, vielmehr fallen die schlechten Splattereffekte und die unterirdischen Schauspieler ins Gewicht. [...]

  • [...] Original “Texas Chainsaw Massacre” kann man guten Gewissens als einen Klassiker der Horrorgenres bezeichnen. Auch das Remake von [...]

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