Filmkritik: Unbekannter Anrufer – Allein oder nicht allein?

In “Unbekannter Anrufer” wird der Albtraum eines jeden Babysitters zur Wirklichkeit. Alleine in einem großen Haus den kranken Spielen eines unbekannten ausgeliefert zu sein.

[STORY]

Eigentlich wollte Jill Johnson (Camilla Belle) mit ihren Freunden eine große Party feiern, doch leider hat sie zu viel telefoniert und ihr Vater verlangt nun von ihr für die Telefonrechnung zu arbeiten. Also heuert Jill als Babysitter bei der Familie Mandrakis an. Die Bezahlung stimmt und was kann bei einem Abend Babysitten schon schiefgehen?

Leider einiges. Kurz nachdem Mr. und Mrs. Mandrakis das Haus verlassen haben beginnt für Jill ein Abend den sie nie vergessen wird. Das Telefon klingelt, doch scheint am anderen Ende niemand dran zu sein. Immer wieder wird Jill von den Anrufen gestört und nach und nach wird der Anrufer immer frecher. Jill bekommt Angst und ruft die Polizei und die macht eine furchtbare Entdeckung – die Anrufe kommen nicht von Außerhalb, sondern aus dem Haus selber.

Wer versteckt sich in der großen Wohnung und terrorisiert Jill? Und warum? Ein spannendes Katz und Maus-Spiel beginnt und Jill kämpft dabei nicht nur um ihr eigenes Leben.

[MEINE MEINUNG]

“Unbekannter Anrufer” hätte ein super Psychothriller werden können, ist aber leider nur ein mauer Schocker geworden. Anstatt den Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln, langweilt der Film mit mittelmäßigen Schauspielern, schlecht geschliffenen Dialogen und mäßigen Effekten. Dabei hat die Story eine Menge Potenzial, welches Regisseur Simon West (Con Air, Lara Croft: Tomb Raider) leider viel zu leichtsinnig verschenkt.

So hätte man sich zum Beispiel die unnötige Liebesgeschichte die sich durch den Film zieht genauso sparen können wie den Zickenkrieg zwischen Jill und einer ihrer Freundinnen. Vielmehr hätte man sich auf das Katz- und Mausspiel zwischen dem unbekannten und Jill konzentrieren sollen. Aus meiner Sicht wäre es möglich gewesen einen enormen Spannungsbogen aufzubauen indem man die Vorgehensweise des unbekannten von Minute zu Minute verschärft und Jill dadurch immer weiter in die Ecke getrieben wird. So bleibt es leider lange Zeit nur bei wenig spannenden Anrufern, die zwar Jill ein wenig in Angst versetzen den meisten Zuschauern aber keine Gänsehaut verpassen werden.

Hierfür fehlt es dem Film auch an einem passenden Soundtrack. Die gewählte Komposition passt zwar gut zu den Bildern, doch hat James Dooley (Bit Players, Smooth) hier keine Tonspur getroffen die schon alleine durch ihre Töne ein unwohlgefühl beim Publikum auslöst, wie es zum Beispiel John Carpenter mit seinem Soundtrack zu “Halloween” oder Charles Bernstein mit seiner Musik zu “A Nightmare on Elm Street” gelingt.

[FAZIT]

“Unbekannter Anrufer” ist gerade noch ein netter Film, der den Genreneulingen gefallen könnte. Wer über viel Filmerfahrung verfügt lässt den Film aber lieber links liegen und greift zu anderen Psychothrillern, wie zum Beispiel “Shining” mit Jack Nicholson.

[FACTS]

Titel: Unbekannter Anrufer
Originaltitel: When a stranger calls
Alternativtitel: Bell Ringer
Jahr: 2006
Regisseur: Simon West
Drehbuch: James Wade Wall, Steve Feke
Darsteller: Camilla Belle – Jill Johnson
Tommy Flanagan – Stranger
Katie Cassidy – Tiffany
Tessa Thompson – Scarlet
Brian Geraghty – Bobby
Clark Gregg – Mr. Johnson
Derek de Lint – Dr. Mandrakis
Kate Jennings Grant – Mrs. Mandrakis
David Denman – Officer Burroughs
Arthur Young – Will Mandrakis
Madeline Carroll – Allison Mandrakis
Steve Eastin – Detective Hines
John Bobek – Officer Lewis
Brad Surosky – Boom Boom
Karina Logue – Track Coach
Land: USA
Länge: 87 Minuten
Genre: Horror, Thriller
Altersfreigabe: FSK freigegeben ab 16 Jahren
Verleih: Sony

[Wertung]

Gnislew: 2 Stars (2 / 5)

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