Filmkritik: Eden Log – Frankreich macht Science-Fiction

Die folgende Filmkritik wird präsentiert von:

Als ich mein Rezensionsmuster zu “Nightmare Man” in den DVD-Player gelegt habe, hatte ich eigentlich mit einem Horrorfilm gerechnet. Aber Fehler passieren und so war auf der Check-Disk nicht “Nightmare Man”, sondern “Eden Log”. Anstatt Horror gab es also Science-Fiction.

[STORY]

Verlassen und frierend wacht ein Mann in einer dunklen Höhle auf. Er hat keinen Schimmer wo er ist und wie er an diesen Ort gekommen ist. Tolbiac (Clovis Cornillac), so heißt der Mann, kann sich auch nicht daran erinnern, wer der tote Körper neben ihm ist. Zudem wird er von einer unheimlichen Kreatur verfolgt.

Es gibt für ihn nur einen Ausweg, er muss einen Ausgang aus der Höhle finden. Doch schnell stellt sich raus, dass er sich in mehr als einer Höhle befindet. Vielmehr befindet er sich in einem System aus Gängen und Räumen.

Tobliac stellt sich immer wieder die Frage wo er ist. Und wie kann er diesem unübersichtlichen System entkommen?

[MEINE MEINUNG]

Ich war zwar auf einen Horrorfilm eingestellt, wurde aber vom Science-Fiction Film “Eden Log” positiv überrascht. Der Film bricht mit einigen Konventionen des Genres und fesselt mit seinem düsteren, fast verstörenden Setting.

Regisseur Franck Vestiel gelingt mit seinem Regiedebüt der Beweis, dass Frankreich abseits von Komödien Filme drehen kann, die den internationalen Geschmack treffen. Vestiel inszeniert den Film so, dass es kaum möglich ist die Entwicklung der Geschichte vorauszuahnen. Viele Ereignisse erschließen sich erst nach und nach und fügen sich erst zum Ende hin zu einem Gesamtbild.

Auch bei den Effekten überzeugt der Film. Große offensichtliche Spezialeffekte sucht man in “Eden Log” zwar vergebens, doch sind die Effekte mehr im Detail versteckt. Wenn Tolbiac in einigen Räumen Videoaufzeichnungen findet und diese auf verschiedene Glasscherben projiziert werden ist dies ein sehr gelungener Spezialeffekt.

Weiterhin muss man der Maske ein Lob aussprechen. Hier wurde dem Film ein düsterer Look verpasst. Tolbiac läuft so zu Beginn recht schmutzig durch die Gegend, was man aber erst auf den zweiten Blick erkennt.

Ein weiteres Lob muss man Clovis Cornillac (Sky Fighters, Die Skrupellosen) aussprechen. Weite Teile des Films agiert er völlig alleine auf der Leinwand und muss seinem Charakter eine Vielzahl an Gefühlen mitgeben. Dies gelingt ihm wirklich gut und man wundert sich fast, dass man von Cornillac noch nicht so viel gehört hat.

[FAZIT]

“Eden Log” ist ein Geheimtipp für Science-Fiction-Fans. Regisseur Franck Vestiel beweist mit seinem Film, dass Frankreich sehr gute Filme hervorbringen kann. Genrefreunde sollten nach “Eden Log” unbedingt Ausschau halten.

[FILMFAKTEN]

Titel: Eden Log
Originaltitel: Eden Log
Alternativtitel: Rezo Zero
Jahr: 2007
Land: Frankreich
Länge: 98 Minuten
Regie: Franck Vestiel
Drehbuch: Pierre Bordage, Franck Vestiel
Darsteller: Clovis Cornillac – Tolbiac
Genre: Science-Fiction, Thriller
Vertrieb: Sunfilm

Der Film wird im Juni auf DVD erhältlich sein!

19 Responses to “Filmkritik: Eden Log – Frankreich macht Science-Fiction”

  • Meinereiner:

    Hi,

    danke für Deine Filmkritik. Ich habe mir den Film gestern auf DVD angesehen und bin maßlos enttäuscht. Wieder ein Film wie Cube, der viele Fragen stellt und davon keine einzige beantwortet. Der künstlich, aufgesetzt und zwanghaft philosophisch wirkt. Dem jede Logik, jede Handlung fehlt, weil die Hintergründe dem Zuseher komplett verborgen bleiben. Die wenigen CGI-Effekte sind GROTTENSCHLECHT gemacht, vor allem die am Ende… Fakt: Der Film ist nicht umsonst in seiner Heimat im Kino total geflopt…

  • cineman:

    hi,
    da kann ich meinem vorredner nur zustimmen. man hätte aus dem film bestimmt mehr machen können. aber so … flop!!!

  • So unterschiedlich können Meinungen sein. Mit hat gerade das experimentelle bei Eden Log gefallen. Mag vielleicht aber auch daran liegen, dass sich meine Sehgewohnheiten in der Vergangenheit immer mehr vom Mainstreamkino wegentwickelt haben.

  • Upps!! Sorry. Gerade ausversehen bei entspammen einen regulären Kommentar mitgelöscht. Sorry, sorry, sorry!

  • Ich fand den voll innovativ, die Story schön verwirrend, aber nicht so das es genervt hat. Er war schon etwas langatmig manchmal und man braucht schon eine Portion Geduld, aber letzten Endes rockt das Ende, die Kulissen und die düstere Atmosphäre. Sehr guter Independent Sci-Fi Film aus Frankreich. Und wo Logiklöcher waren würde ich gern mal wissen? Die CGI Effekte am Ende waren doch okay, um diese ging es ja nicht vordergründig und außerdem kam der Film vorher komplett ohne CGI aus… da ist die mangelhafte Qualität der paar Szenchen am Ende schon zu verzeihen…

    Naja, ich hab mal noch eine Kritik gepostet, in die ich sehr viel Arbeit investiert habe… mit sehr ausführlicher Inhaltsangabe und kleinen Interpretationen. Liest sich bestimmt eh niemand durch, aber was solls – mir hat die hermeneutische Arbeit Spaß gemacht ;)

  • Kryptoni:

    Hi,
    ich habe mir den Film gestern Abend auf DVD angesehen. Ich bin eigentlich ein großer Horror und Sci-Fi Fan, aber bei diesem Film habe ich mir die Frage gestellt “Was soll das”. Im ganzen Film passiert nichts. Wenn der Film nicht in der Highlight-Ecke der Videothek gestanden hätte, dann hätte ich noch über die schlechte Geschichte hinweg sehen können, aber so. Die Figuren erinnern mich an das PC-Spiel “Half Life”. Es reicht halt nicht aus, einfach verschieden gute Sachen zusammen zu Würfeln und denken dass daraus ein Guter Film entsteht. Aber es ist nicht der erste französische Sci-Fi Film, der mir einen schönen Abend kaputt gemacht hat. “Dante 01″ gehört genauso dazu wie eben jetzt “Eden Log”. Die Franzosen sollten lieber im lustigen Genre weitermachen (a la Luis de Funes und Pierre Richard).

    Dem Zitat von Meinereiner >>Der künstlich, aufgesetzt und zwanghaft philosophisch wirkt. Dem jede Logik, jede Handlung fehlt, weil die Hintergründe dem Zuseher komplett verborgen bleiben. Die wenigen CGI-Effekte sind GROTTENSCHLECHT gemacht, vor allem die am Ende… Fakt: Der Film ist nicht umsonst in seiner Heimat im Kino total geflopt…<< kann ich mich getrost anschließen, wobei ich mich aber nicht der Kritik über den Film “Cube” anschließe.

  • HELLSPAWN25:

    EIN MEISTERWERK !!!! Ein französischer, ich würde mal sagen Endzeit-Avantgarde-Film. Ein optisches Meisterwerk mit einer interessanten Story. Eigentlich ist der Film die perfekte Verfilmung eines Ego-Shooters a la DOOM – allerdings ohne Waffen. Ein Film den man einfach auf sich wirken lassen muss und am Ende dann einiges erklärt bekommt – genial! Es geht um die Entwicklung und den Schutz einer zukünftigen Energiequelle. Ein Typ erwacht irgendwann völlig nackt in einer dunklen Matsch-Höhle und weiss weder, wer er ist, noch wo er sich befindet. Man erlebt dann praktisch aus der Sicht der dritten Person mit, wie er Stück für Stück das Puzzle wieder zusammenfügt. Absolut geniale Bilder, ein toller Dark-Ambient-Soundtrack, der coolste Hauptdarsteller für einen Helden in einem Ego-Shooter, eklige Mutanten (so
    hätte DOOM aussehen müssen!) und eine spannende Story.

    FAZIT: Eigentlich der perfekte Film – nur ist er halt besonders gemacht und daher vielleicht eher etwas für das ARTE-Publikum, als für den Normalverbraucher. Jedem Cineast, der offen für “Anderes” ist und sich auch gerne mal in andere Ecken der Filmwelt vorwagt, sie dieser Film ans Herz gelegt :)

  • Bauer (ARTE):

    Euch haben sie doch ins Hirn geschissen!!! Diese Pisse halt ich nicht aus. Der Film ist verdammt nochmal Grottenschlecht… Und den ARTE-Dreck kannst du dir sonstwo hinreiben. P.S Der Spezialeffekt mit dem Licht an/aus hat mir am besten gefallen, weil man in 50% der Zeit nichts gesehen hat.

  • kack:

    arter ist geil, allerdingst gehört dieser film in dei rubrik “arte-trash”!

  • [...] sich immer wieder die Frage wo er ist. Und wie kann er diesem unübersichtlichen System entkommen? sneakfilm.de (hier ist auch ne komplette Kritik des Films online) Jedenfalls find ich den jetzt schon nen [...]

  • Den letzten Post von Pospla.net da check ich nicht! Was hat er zu bedeuten?

  • Das ist ein Trackback. Er hat in seinem Blog über Eden Log geschrieben und darin in Sneakfilm verlinkt.

  • Bauer (ARTE):

    Kommentar von Gnislew gelöscht!

    Sorry, aber Beleidigungen kann ich hier nicht stehen lassen! Sage sachlich Deine Meinung. Es hat ja keiner was dagegen, wenn du den Film nicht magst, doch nicht ausfallen werden dabei!

  • El-Barto:

    Eden Log ist ein Film bei dem man zusehen und abwarten muss. Und man muss recht lange abwarten, denn die ersten 30 Minuten passieren zwar einige Dinge, aber auch eher gemächlich und man hat vor allem keine Ahnung was sie bedeuten sollen. In der folgenden halben Stunde bis Minute 70 bekommt man dann nach und nach mit was los ist. Allerdings kriegt mans nicht auf dem Tablett serviert, sondern muss es sich selbst zusammenreimen, und spätestens das ist dann, neben der Geduld die man aufbringen muss, der Punkt an dem Leute, die ihren Kopf nur dazu haben damits nicht in den Hals regnet ihre Schwierigkeiten haben werden. Die Machart des Films fand ich super, absolut bedrückend dunkle Atmosphäre und das fast ausschließlich ohne computergenerierte Effekte.
    Gewünscht hätte ich mir vom Film manchmal etwas beschleunigte Handlung und auch etwas mehr Aufklärung über die Hintergründe, denn völlig klar waren die bis zum Schluss nicht.
    ACHTUNG SPOILER!
    Ok, sie verheizen Menschen an eine (oder mehrere?) riesge Pflanze bzw. Bäume und das A. wohl gegen deren Willen und ohne das jemand davon mitkriegen soll und B. ist die ganze Geschichte irgendwie außer Kontrolle geraten und die Pflanze macht irgendwie nicht was sie soll.
    Und unser Held scheint irgendwie ein Art Befehlsgeber zu sein. Aber was soll das Ende, wo er sich die Wurzel in den Bauch stopft, mit dem Ausspruch “für die Völker der Erde”? War das jetzt Pro oder Contra Baum? Man sollte doch annehmen Contra, immerhin hat ihn nach meinem Eindruck das ganze da unten nicht sehr begeistert. Aber der Baum fängt an zu wachsen und sprengt irgendsoeine Kuppel in der er wächst… schwer da durchzublicken. Vielleicht gibts ja mal ne Fortsetzung.

  • Mannomet:

    Ziemlich mieser Film, der seine dünne Handlung in pseudo-anspruchsvollem Schwarzweiss und Dunkelheit verstecken will. Ich mag normalerweise Filme, bei denen man etwas nachdenken muss, abseits des Mainstream, aber dieser Plot gibt mal gar nichts her. Langweilige Längen, schlechte Kamera und FX, Dialoge die kein Mensch rafft… nöö da gibts echt besseres.

  • Quastor Hasenbrot:

    Der Mannomet hat Recht. Der Einzige der noch rechter hat ist Bauer (Arte).

  • Caro:

    Viel zu lang. Auch für Leute, die gern mitdenken. Dafür gibt es zu wenig Anregung, weil der Hauptdarsteller die meiste Zeit in kaum beleuchteten Gängen herumläuft und -klettert, ohne, daß auch irgendwas passiert. Ab und zu springen ein paar Mutanten vorbei, das war es dann auch.
    Die Atmosphäre ist nur in der ersten Minuten bedrückend, danach wird es langweilig, weil man immer dasselbe sieht. Und der Typ ist zu Anfang NICHT völlig nackt, er hat eine Hose an. Aber das ist egal, weil es sowieso zu dunkel ist. Teilweise ensteht der Eindruck, daß es sich um ein Kammerspiel handelt: der Hintergrund verschwindet weitgehend im Schwarz und nach einiger Zeit erwartet man gar nicht mehr so etwas wie überwältigende Höhlenkonstruktionen.
    SPOILER
    Wo Matrix tausende Brutkapseln in gigantischen Türmen hatte, hat Eden Log eine Handvoll Kistchen in Bäumen hängend.
    Logiklöcher gab es leider auch (Spoiler).
    Warum er einerseits von den Soldaten verfolgt wird, später aber als einer der ihren erkannt wird, erschließt sich mir nicht.
    Ebensowenig das Ende. Wieso ist er die ‘unendliche Energiequelle’, die den Baum endlos zum wachsen bringt und scheinbar die gesamte Stadt zerstört? Wieso dann “für die Völker der Welt?”

  • Alex:

    Definitiv ein Kunstfilm der eigenständiges Denken voraussetzt. Der Film erklärt einiges und ist eine Art verdrehte Welt. Im Hauptfokus scheint mir, dass der Mensch die Natur verlassen hatte, bemerkte ohne ihr nicht existieren zu können und sie wieder “zurückholte”. Doch diese beginnt das System zu drehen und anstatt der Mensch, der die Welt ausbeutet, beutet diese dann den Mensch aus.
    Ich denke es braucht etwas IQ um die Handlung zu verstehen. Wenn man diesen halt nicht besitzt, wie leider ca 80% der Menschheit, bezeichnet man diesen Film dann wohl als Pisse und Grottenschlecht…

  • bluesc:

    Endlich wieder mal ein sci-fi-film, der nicht auf billige CGI-Effekte und Raumschiffe setzt, sondern auf aStimmung und Atmosphäre.
    Klar kein Blockbuster, denn der Zuseher muss mitdenken, anstatt im CGI-Feuerwerk die Seichte der Handlung zu vergessen, wie bei so vielen Sci-fi-Filmen heutzutage.

    Wer sowas wie Krieg der Welten, Independence Day oder Transformers erwartet, wird enttäusch sein,
    für jeden Freund anspruchsvollerer Filme ist der Film aber definitiv sehenswert.

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