DVD-Kritik: Texas Chainsaw Massacre – Ein furchterregendes Röhren

Richtig gute Horrorfilme sind ja schon etwas besonderes. Einer dieser Topfilme des Genres ist „Texas Chainsaw Massacre“. Das Original! 2004 brachte Marcus Nispel (Pathfinder, Freitag der 13.) ein Remake dieses Genreklassikers in die deutschen Kinos. Und was soll man sagen, das Remake ist ihm richtig gut gelungen. Von einer meiner letzten Englandreisen habe ich mir nun die UK-DVD dieses Films mitgebracht und möchte hier nun über den Film und die DVD schreiben.

[FILM]

~Inhalt~

Genau wie Tobe Hoopers knapp 30 Jahre alte Meisterwerk des Terrorkinos erzählt Marcus Nispel die Geschichte von fünf Jugendlichen die mit ihrem Kleinbus durch Texas tingeln. Ihr Ziel: Ein Rockkonzert in Dallas.

Sie begegnen einem ziemlich übel zugerichteten Mädchen, welches mitten auf der Straße läuft. Die fünf beschließen das Mädchen in Ihrem Bus mitzunehmen und zu einem Arzt zu bringen. Doch mit diesem Entschluss beginnt für die Jugendlichen die Zeit des Schreckens. Das Mädchen erschießt sich im Van und der von einer Tankstelle angerufene Sheriff erscheint nicht am Treffpunkt, einer verlassen Mühle.

Zwei der Jugendlichen, Erin (Jessica Biel) und Kemper (Eric Balfour), machen sich darauf hin auf die Suche nach Hilfe, während die anderen drei Jugendlichen weiterhin auf den Sheriff warten.

Auf Ihrer Suche kommen die beiden Jugendlichen zu einem alten Haus und treffen auf einen alten, im Rollstuhlsitzenden, beinlosen Mann. Zunächst scheint es so, als ob die beiden hier Hilfe finden würde, da der Mann Erin erlaubt das Telefon zu benutzen. Dann allerdings verschwindet Kemper spurlos und das Grauen nimmt seinen Lauf.

Nach und nach verschwinden die Jugendlichen, der mittlerweile aufgetauchte Sheriff entpuppt sich als alles andere als hilfsbereit und Erin kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Und dann sind die Jugendlichen auch noch immer auf der Flucht vor Leatherface (Andrew Bryniarski) und seiner Kettensäge.

~MEINE MEINUNG~

Marcus Nispel schafft es mit seinem „Texas Chainsaw Massacre“ (im folgendem nur noch TCM) ein fantastisches Remake des Klassikers auf die Leinwand zu bringen. Verstörende Bilder, ein stetig steigender Spannungsbogen und Glücksgriffe in der Besetzung machen TCM zu einem muss für jeden Fan des Horrorgenres. Wurde in den 90er Jahren mit Filmen wie „Scream“ oder „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ dem Horrorgenre eine komische Note gegeben kehrt man nun zur härtern Gangart zurück. Weiterhin wird versucht eine wahre Geschichte vorzugaukeln um erfolgreicher zu sein und wie auf IMDB.com nachzulesen, hat diese Taktik Ihre Wirkung nicht verfehlt und viele Leute tatsächlich auf diesen Trick hereinfallen. Dabei ist TCM nicht der erste Film der diesen Trick verwendet. Schon beim ersten „Blair Witch Projekt“ wurde dies dem Kinogänger vorgegaukelt und auch das Original TCM behauptete, dass die Geschichte um Leatherface die Wahrheit wäre

Ist das Spektakel nach knapp 100 Minuten dann vorbei schaltet man den DVD-Player mit dem Gefühl ab eine guten Horrorfilm und ein würdiges Remake von Tobe Hoopers Klassiker gesehen zu haben. Der einzige Kritikpunkt, der meiner Meinung diesen Eindruck trübt, ist der, dass der Film an einigen Stellen leider zuviel die Ästhetik eines Videoclips hat. Auf die gesamte Länge des Films gesehen fällt dieser Makel allerdings nur wenig ins Gewicht und macht den Film nicht zu einem schlechten Film. Die erzeugte Angst vor dem was als nächstes kommen mag und die Möglichkeit mit Erin mitzufiebern überwiegen diesen Aspekt.

Alles in allem kann man Abschließend sagen, dass ich es nicht bereue mir diesen Film anzusehen. Ich bin sicherlich kein Hardcore Horrorfan (auch wenn man auf Grund der vielen Kritiken zu Horrorfilmen von mir etwas anderes denken kann), aber ab und an ein guter Streifen zum gruseln kann nicht schaden. Für schwache Nerven ist TCM allerdings nicht geeignet, dafür sind einige der Szenen, wie der zu Beginn stattfindende Selbstmord oder eine Szene in der einer der Jugendlichen an einem Fleischerhaken aufgehängt wird zu intensiv. Wer solche Szenen allerdings verkraftet und sich wie ich gerne ab und an gruselt ist bei TCM aber an der richtigen Adresse und kann einen schönen DVD-Abend verbringen.

[DVD]

~Bild~

Die UK-DVD zu TCM hat optisch bei mir einen guten Eindruck hinterlassen. Und damit meine ich nicht die Covergestaltung, sondern tatsächlich das auf dem Fernseher präsentierte Resultat. Selbst in den vielen dunklen Szenen des Film hat das Bild nicht mit einem störenden Rauschen zu kämpfen. Zwar mag dem ein oder anderen vielleicht ein generelles grieseln auffallen, doch dies ist schon im Kino zu sehen gewesen und mehr ein Stilmittel als wie mangelnde Qualität.

~Ton~

Wer bei der UK-Version von TCM auf eine deutsche Tonspur hofft, wird leider enttäuscht. Der Film ist nur in seiner Originalsprache, also in Englisch auf, auf der DVD. Dabei wird auf ein 5.1 Format zurückgegriffen, so dass man mit der entsprechenden Heimkinoanlage das Grauen wirklich genießen kann.

~Extras~

Die mir vorliegende 2-Disc-Edition von TCM überrascht mit einer Vielzahl an Extras. Die erste DVD, welche den Hauptfilm enthält, präsentiert drei Audiokommentare. Die zweite Disc liefert dann eine Fotogalerie, entfallene Szenen, eine alternative Eröffnungs– und Endsequenz, die Dokumentation „Ed Gein: The Ghoul of Plainfield“, die Dokumentation „Severed Parts“, die Dokumentation „TCM Redux“, Cast Screen Tests, eine Art Gallery und TV-Spots.

Es wird also wirklich einiges geboten!

~Meine Meinung~

Mit der 2-Disc-Edition von TCM stellt man sich eine wirklich tolle DVD ins heimische Regal. Sie ist optisch und akustisch gut präsentiert. Nach dem Abspann hat man zudem immer noch genug zu tun, denn das Bonusmaterial auf den beiden DVDs ist wirklich umfangreich und interessant.

[FAZIT]

Das TCM-Remake von Markus Nispel ist ein wirklich gelungener Vertreter des Horrorgenres. Der Film ist ein Fest für alle Freunde des Genres und kann denen, die TCM noch nicht gehen uneingeschränkt empfohlen werden. In Kombination mit der guten Doppel-DVD, bekommt man dann nicht nur einen tollen Film, sondern ein perfektes Gesamtpaket.

[FILMFAKTEN]

Titel: The Texas Chainsaw Massacre
Jahr: 2003
Land: USA
Länge: 91 Minuten
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Kim Henkel, Tobe Hooper
Darsteller: Jessica Biel – Erin
Jonathan Tucker – Morgan
Erica Leerhsen – Pepper
Mike Vogel – Andy
Eric Balfour – Kemper
Andrew Bryniarski – Thomas Hewitt (Leatherface)
R. Lee Ermey – Sheriff Hoyt
David Dorfman – Jedidiah
Lauren German – Teenage Girl
Terrence Evans – Old Monty
Marietta Marich – Luda May
Heather Kafka – Henrietta
Kathy Lamkin – Tea Lady in Trailer
Brad Leland – Big Rib Bob
Mamie Meek – Clerk
Genre: Horror, Thriller
Altersfreigabe: 18 (UK)

[Wertung]

Gnislew: 4 Stars (4 / 5)

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