Filmkritik: Drachenzähmen leicht gemacht – Böse Drachen, gute Drachen

Noch immer gibt es einen wahren Boom an Animationsfilmen in den Kinos der Nation. Und durch die neue 3D-Technik ist es momentan auch noch nicht absehbar, dass dieser Boom ein Ende nimmt. Dreamworks Animation, die Macher von „Shrek“, „Madagascar“ und „Kung Fu Panda“ wollen ihren Teil von 3D-Kuchen abhaben und bringen mit eben dieser Technik einen brandneuen Animationsfilm in die Kinos: „Drachenzähmen leicht gemacht“.

[STORY]

Berk, eine kleine Insel, irgendwo hoch im Norden. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern sofort gekämpft. Besonders dann, wenn wieder einmal unzählige Drachen Berk angreifen. Auch Hicks wächst in Berk auf, doch der schmächtige Kerl hat es nicht so mit dem Drachentöten. Wenn die tapferen Wikingern das Dorf verteidigen, wird Hicks von allen nur die die Gegend geschubst und nicht wirklich für voll genommen. Und das sowohl von den Erwachsenen, als auch von den gleichaltrigen. Leider auch von seiner großen Liebe, der hübschen Astrid.

Als Hicks mit einer selbstgebauten Waffe, dann allerdings einen Nachtschatten vom Himmel schießt, ändert sich sein Leben schlagartig. Zwar will ihm keiner Glauben, dass ausgerechnet er einen Drachen vom Himmel holt, den noch nie jemand zuvor besiegen konnte, doch es ist ihm gelungen.

Bei seinem Ausflug zum gefangenen Nachtschatten und dem damit verbundenen Versuch den Drachen zu töten, kommen in Hicks allerdings Zweifel auf. Er hat Gewissensbisse und kann den Drachen einfach nicht töten. Stattdessen baut er eine Freundschaft zu dem angeblich zu gefährlichen Drachen auf und beginnt in zu zähmen.

Auch die Drachen in der Drachentöterschule tötet Hicks nicht, sondern erkennt, dass diese ebenfalls eigentlich zahm sind. Für das Dorf ist Hicks nun zunächst ein Held, schlägt er doch die gefährlichsten Drachen blitzschnell in die Flucht, doch als Hicks Vater mitbekommt, dass Hicks kein Drachentöter, sondern ein Drachenflüsterer ist, hängt der Haussegen schief.

Und die härteste Prüfung steht für Hicks sowieso noch bevor: das Drachennest!

[MEINE MEINUNG]

Ohne allzu hohe Erwartungen habe ich mich in die Vorstellung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ gesetzt. Versprach der Trailer mir aus meiner Sicht seicht, eher auf kleine Kinder zugeschnittene Unterhaltung, bekam ich einen überraschend vielschichtigen und gelungenen 3D-Animationsfilm zu sehen.

Bereits die actiongeladene Eröffnungssequenz zieht einen in den Bann und man schaut wirklich fasziniert zu, wie die Drachen zum ersten Mal Berk angreifen und wie die Wikinger ihre Heimat verteidigen. Und das gestochen scharf und in 3D. Packend!

Zwar flacht der Film nach dieser ersten Sequenz zunächst etwas ab, aber nur um die einzelnen Figuren behutsam einzuführen und um die verschiedenen Charaktere vorzustellen.

Doch in dieser ruhigen Phase wird der Film nicht wirklich schlecht. Dem Regieduo Dean DeBlois (Mulan, Lilo & Stitch) und Chris Sanders (Mulan, Lilo & Stitch) gelingt es nahezu perfekt direkt nach dem fulminanten Auftakt den Spannungsbogen erneut aufzubauen und ihm in krachenden Finale effektvoll zu entladen.

Apropos Effekte. Das sich die Animationstechnik stetig weiter entwickelt ist bekannt. Und so gibt es auch in „Drachenzähmen leicht gemacht“ wieder neue technische Leckerbissen zu entdecken. Wer genau hinschaut, kann an den Armen der Wikinger jede Menge Haare feine Haare entdecken, so dass menschliche Figuren in Trickfilmen ab sofort wieder einen ticken realistischer aussehen.

[FAZIT]

„Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein perfekter Familienspaß. Die 3D-Technik kommt dem Film in den vielen Drachenflugeinlagen zu gute, doch auch ohne die dritte Dimension bleibt ein sehr guter Film übrig, so dass hier das 3D-Gewand nicht nur dazu dient den Zuschauer zu blenden. Viele liebevolle Charaktere, gute und böse Drachen, die mit vielen lustigen Ideen umgesetzt wurden und fantastische Effekte, machen „Drachenzähmen leicht gemacht“ zu einem perfekten Film für einen Kinonachmittag mit der ganzen Familie.

[FILMFAKTEN]

Titel: Drachenzähmen leicht gemacht
Originaltitel: How to train your dragon
Jahr: 2010
Land: USA
Länge: 98 Minuten
Regie: Dean DeBlois, Chris Sanders
Drehbuch: Cressida Cowell, Dean DeBlois
Stimmen (OV): Jay Baruchel – Hiccup
Gerard Butler – Stoick
Craig Ferguson – Gobber
America Ferrera – Astrid
Jonah Hill – Snotlout
Christopher Mintz-Plasse – Fishlegs
T.J. Miller – Tuffnut
Kristen Wiig – Ruffnut
Robin Atkin Downes – Ack
Philip McGrade – Starkard
Kieron Elliott – Hoark the Haggard
Ashley Jensen – Phlegma the Fierce
David Tennant – Spitelout
Genre: Animation, Fantasy, Komödie
Altersfreigabe: FSK freigegeben ab 6 Jahren
Vertrieb: Paramount Pictures / Dreamworks Animation

[Wertung]

Gnislew: 4 Stars (4 / 5)