Beim heutigen Produzententag der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. (Produzentenallianz) positioniert sich die maßgebliche Interessenvertretung der deutschen Produzenten zum Auftakt der Berlinale zur aktuellen me too-Debatte um sexuellen Missbrauch. Sie macht einmal mehr deutlich, dass sexuelle Belästigungen, gleich ob gegen Frauen oder Männer gerichtet, in der Produktion nicht geduldet werden.

Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz: „Sexueller Missbrauch ist mit unserer Branche nicht vereinbar. Der Respekt vor der Würde jedes Menschen ist die Grundlage unseres Verständnisses gemeinsamen künstlerischen Schaffens. Die Ausnutzung von tatsächlichen oder angenommenen Machtpositionen zur Erreichung sexueller Ziele zerstört das für die Erbringung kreativer Leistungen so wichtige angstfreie Umfeld. Als Arbeitgeber wie als Menschen sind wir dafür verantwortlich, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die einen angemessenen Umgang zwischen Menschen gewährleisten.“

In der gestrigen Gesamtvorstandssitzung der Produzentenallianz wurde zudem beschlossen, zeitnah einen Verhaltenskodex zu formulieren und diesen allen Mitgliedern an die Hand zu geben.

Die Produzentenallianz unterstützt die Einrichtung einer branchenübergreifenden unabhängigen Beschwerdestelle, die es Betroffenen ermöglicht, sich zu äußern und unmittelbar Hilfe sowie Unterstützung zu erfahren. Eine solche hat auch Staatsministerin Prof. Monika Grütters, MdB in ihrer Rede beim Deutschen Produzententag zum Auftakt der Berlinale angekündigt und eine Anschubfinanzierung durch das Staatsministerium für Kultur und Medien zugesagt.

Die zentrale Bedeutung des Themas darf nach Auffassung der Produzentenallianz nun nicht dadurch verwässert werden, dass allgemeine Gleichstellungsfragen – die legitim und notwendig zu diskutieren sind – mit dieser Diskussion vermengt werden. Daher sollte sich eine branchenübergreifende Beschwerdestelle auf Fälle von Gewalt und sexuellen Missbrauchs konzentrieren.

2 Gedanken zu „Produzentenallianz positioniert sich zur #metoo-Debatte um sexuellen Missbrauch“
  1. Finde ich sehr gut, besonders den letzten Satz. Diese Debatte geht mir seit längerem schon auf die Nerven. Aber nicht wegen dem (wichtigen) Thema, sondern weil alles in einen Topf geworfen wird.
    Mit so einer zentralen, konzentrierten Anlaufstelle ist ein guter Schritt getan.

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