Filmkritik: Shortbus – Das Sex-Film-Projekt

Irgendwann mal habe ich einen Trailer zu “Shortbus” gesehen und mir gedacht, schau dir den Film mal an. Im Kino habe ich den Film dann gar nicht wahrgenommen und ich bin mir auch nicht sicher ob er da jemals lief. Dafür habe ich in der Videothek die DVD zu “Shortbus” gefunden und mir den Film ausgeliehen und angeschaut.

[STORY]

“Shortbus” ist ein Club in New York. Hier treffen sich alle wichtigen Figuren des Films.

Da ist zunächst einmal das schwule Pärchen James (Paul Dawson) und Jamie (PJ DeBoy), dann gibt es den frustrierten Ceth (Jay Brannan), die unglückliche Beziehungsberaterin Sofia (Sook-Yin Lee) und die einsame Domina Jennifer.

Eine Episode des Film erzählt von dem oben genannten schwulen Paar. James, der eigentlich lieber Jamie genannt werden möchte dreht einen Film über seine Beziehung zu Jamie. In Ceth findet er die perfekte Person für einen Dreier.

Eine andere Episode befasst sich mit Sofia. Sie liebt ihren Ehemann, doch hat sie noch nie einen Orgasmus erlebt. So sucht sie Hilfe bei Jennifer.

Verbunden werden die einzelnen Geschichten in “Shortbus” durch die im Film stattfindenden Orgien.

[MEINE MEINUNG]

Im prüden Amerika mag der Film vielleicht für Diskussionen gesorgt haben, auf mich wirkt das ganze eher wie der Versuch einen Mainstreamporno zu drehen. Ich muss zugeben, dass die einzelnen Charaktere alles recht interessant sind, die Geschichten hinter den Charakteren aber leider alle nur auf ein Thema hinauslaufen, den nächsten Orgasmus.

Regisseur und Drehbuchautor John Cameron Mitchell hätte mit “Shortbus” einen wirklich tollen Arthouse-Film zum Thema Sex und Erotik erschaffen können, allerdings ist ihm dies nicht gelungen. Seinen Film kommen nicht nur die vielen Sexszenen nicht entgegen, auch sind es die Schnitte die den Film nicht sonderlich sehenswert machen. Dabei meine ich keine Schnitte, die zu inhaltlichen Kürzungen führen, sondern den Filmschnitt im allgemeinen. Hier wurden nach meiner Ansicht zu viele zu schnelle Schnitte gesetzt.

Keinen Vorwurf am scheitern des Projekts “Shortbus” kann man den Schauspielern machen. Diese passen gut in ihre jeweilige Rolle und spielen überzeugend. Leider können gute schauspielerische Leistungen einen Film nicht alleine retten.

[FAZIT]

“Shortbus” ist eine alternative zu dem sauberen Mainstreamkino Hollywoods, allerdings ist die Umsetzung dieses Films nicht wirklich gut gelungen, so dass dieser Film es auch auf DVD schwer haben wird.

[FACTS]

Titel: Shortbus
Originaltitel: Shortbus
Alternativtitel: The Sex Film Project
Jahr: 2006
Regisseur: John Cameron Mitchell
Drehbuch: John Cameron Mitchell
Darsteller: Sook-Yin Lee – Sofia
Paul Dawson – James
Lindsay Beamish – Severin
PJ DeBoy – Jamie
Raphael Barker – Rob
Peter Stickles – Caleb, the Stalker
Jay Brannan – Ceth
Alan Mandell – Tobias, the Mayor
Adam Hardman – Jesse, the John
Ray Rivas – Shabbos Goy
Bitch – Bitch/Shortbus House Band
Shanti Carson – Leah, the Beautiful Couple
Justin Hagan – Brad
Jan Hilmer – Nick, the Beautiful Couple
Stephen Kent Jusick – Creamy
Land: USA
Länge: 101 Minuten
Genre: Drama, Erotik
Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe
Verleih: Autobahn / Senator / Universum Film

6 Responses to “Filmkritik: Shortbus – Das Sex-Film-Projekt”

  • Traurig wenn Filmkritiker die Filme die sie bewerten sollten nicht im geringsten verstanden haben. Die explixiten Sexszene dienen nicht dem wie sie es nennen “Versuch einen Mainstreamporno zu produzieren” sondern sind in ihrer Unverfälschtheit nie anrüchig, sie zeigen die Gefühle der Protagonisten.

    Ihre Kritik ist weder haltbar noch in irgendeiner Form sachlich geschrieben. Ich möchte beinahe bezweifeln das sie den ganzen Film gesehen haben, bei den ganzen inhaltlichen Fehlern die in ihrer Kritik auftauchen.

    Ihren literarischen Erguss Kritik zu nennen grenzt tatsächlich ans Lächerliche!

  • Hallo Abgehoert,

    ich habe die Kritik verfasst und wage zu behaupten, dass ich den Film schon verstanden habe. Und ja, ich habe den ganzen Film gesehen. Egal, was ein Regisseur mit seinem Film sagen will, die Interpretationsmöglichkeiten des Zuschauers sind nahezu unendlich. Ich habe den Film wahrscheinlich anders interpretiert als du und daher nicht deine Meinung getroffen. Deswegen von lächerlich zu sprechen ist allerdings nicht fair und ein Schlag unter die Gürtellinie. Andere Meinungen sollten akzeptiert werden.

    Trotzdem freue ich mich, dass du einen Kommentar hinterlassen hast, denn so bekommen die Leser eine zweite Meinung zum Film. Und vielleicht findest du ja auf Sneakfilm sogar Filmkritiken die eher mit deiner Meinung konform gehen.

    mfg
    Michael

  • Amoz:

    Du kannst leider überhaupt keine Kritiken schreiben, Gnislew. Geh nach Hause und mach was anderes. Wer zu den Schauspielern in “Shortbus” lediglich bemerkt, daß sie “gut in ihre Rollen passen” (was immer das auch heißen mag) ist cineastisch auf beiden Augen blind. Vielleicht solltest Du Tomaten verkaufen oder Werbeclips rezensieren. In meinen Augen ist “Shortbus” sehr berührend und ein Meisterwerk und – Sexszenen hin oder her – wenn es danach geht ist unser ganzes Leben Pornographie …

  • Hallo Amoz,

    erst einmal danke für deine Kritik. Meinungen sind nunmal unterschiedlich. Dir gefällt Shortbus, mir eben nicht. Damit kann ich leben. Schade allerdings, dass du deine Kritik mit Beleidigungen untermalen musst.

    Vielleicht stöberst du einfach mal durch das Kritikenarchiv von Sneakfilm und findest dabei Filme, bei denen wir auf der selben Wellenlänge sind.

  • Patrick:

    es tut mir eht leid, aber ich muss mich da meinen vorredner anschlißen. du hast den film nicht verstanden!
    es geht nicht hinter den storrys darum, wie die personen zu ihrem nächsten orgamuss kommen. das thema sex wird hier nicht als problem dargestellt (wie in anderen filmen und auch in pornos!!) sondern als lösung, lösung von den problemen, die die darsteller entweder mit anderen personen oder mit sich selbst haben.

    dieser film ist tiefgründiger, als er beim ersten anschauen den anschein erwegt!
    ich würde dir echt empfehlen, guck dir den film nochmal an und höre genau zu. jede stelle ist dort wichtig und wenn du unaufmerksam bist, dann wirst du den film nicht verstehen.

  • mart:

    Welche “Lösung durch Sex”, bzw. “Er-lösung”? IMHO verstricken sich die Charaktere am Ende nur noch tiefer in ihren Schmerz. Belangloser, langweiliger Porno für Pseudointellektuelle.

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